Erhöhte Cholesterinwerte nach Fest- und Feiertagen

© Iryna Melnyk Adobe Stock178317259

Alle Jahre wieder … lassen wir es uns gut gehen: Geflügeltes wie Gans, Ente oder Truthahn, der knusprige Schweinebraten, Nachtisch, Gebäck und andere Leckereien – die Versuchungen sind allgegenwärtig. Das fängt bereits Ende Oktober an, wenn die nette Kollegin die ersten selbstgebackenen Plätzchen mit ins Büro bringt und endet frühestens mit dem Neujahrsessen. Und wie immer nehmen wir es uns (bezüglich des feiertäglichen Schlemmens) ganz fest vor: Im neuen Jahr wird alles anders!

Es überrascht also wenig, dass die „Chance“, nach den Weihnachtsferien erhöhte Cholesterinwerte aufzuweisen, deutlich größer ist, als nach den Sommerferien. In einer Kopenhagener Studie, an der über 25.000 Probanden beteiligt waren, wird von einem um etwa 20 Prozent höheren Gesamtcholesterinspiegel im Januar gesprochen (verglichen mit den Ergebnissen von Mai und Juni). Zum einen bestätigen diese Resultate die Erkenntnis, dass das Essverhalten sich messbar auf den Cholesterinspiegel auswirkt, zum anderen schließen die Wissenschaftler daraus aber auch, dass Blutuntersuchungen, insbesondere der Cholesterinwerte, die zeitnah nach solchen „Schlemmerphasen“ durchgeführt werden, nicht zu einem repräsentativen Ergebnis führen.

Hohe Cholesterinwerte gehören zu den Risikofaktoren bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, arterieller Verschlusskrankheit, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Freilich ist Cholesterin nicht gleich Cholesterin. Es ist zu unterscheiden zwischen dem Gesamtcholesterin, dem HDL- (High Desity Lipoprotein) und dem LDL-Cholesterin (Low Densitiy Lipoprotein). Während das LDL ständig versucht, sich an Gefäßwände zu klammern, Plaques zu bilden und Engpässe zu bauen (die zum Beispiel die Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens beeinträchtigen = koronare Herzkrankheit), versucht das HDL genau das zu verhindern und wirkt so der Arterienverkalkung entgegen.

Jedenfalls raten die Forscher den Ärzten, die Diagnose „Hypercholesterinämie“ nicht aufgrund einer einmaligen Messung zu Jahresbeginn zu stellen, sondern in einigem zeitlichen Abstand mindestens eine Kontrolluntersuchung durchzuführen, um zuverlässige Messwerte als Basis für eine längerfristige Behandlung zu erhalten. Im Umkehrschluss ist es auch nicht sinnvoll, sich angesichts einer bevorstehenden Blutuntersuchung außergewöhnlich zu mäßigen – denn auch das kann das Ergebnis verfälschen. Gerade wenn es um die Einstellung einer medikamentösen Behandlung geht, ist es angebracht, die Blutuntersuchung zu einem Zeitpunkt durchzuführen, der die durchschnittlichen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten am ehesten darstellt.

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